Omniversal Earkestra

Das Omniversal Earkestra, 2011 gegründet, spielt seit seiner Gründung bis auf
wenige Ausnahmen, die definitiv höherer Gewalt geschuldet waren, jeden Montag in
seiner Heimatstadt Berlin. Die etwas andere Big Band war seit dem ständig auf
Reisen. Alles begann im „Soul Cat“ in der Reichenberger Straße in Kreuzberg, weiter
ging es in der Theaterkapelle in Friedrichshain, danach in die Kultstätte Keller in
Neukölln über das Ballhaus Berlin in Mitte, um nur einige zu nennen, nun wieder
nach Kreuzberg, um dort jeden Montag im Schwester Martha, ehemals Rauchhaus, zu
residieren.
Über die Zeit hat die Gruppe mit einigen internationalen Musikern gespielt und
ständig ihr Repertoire erweitert. Darunter waren Perry Robinson (USA), Gunter
Hampel (DE), El Maalem Mokhtar Gania (Marokko) und schließlich im September
2016 mit Amanar de Kidal aus Mali.
Das war ein unvergessliches Erlebnis. 170 Gäste tanzten zu einer relativ spontanen
Kooperation einer Tuareg Band aus Mali und einer deutschen Big Band. Das war’s.
Die Idee war noch am selben Abend geboren. Dorthin, wo es solche Musik gab,
musste auch das Earkestra einmal reisen.
Zwei Jahre vergingen. Es wurden Gespräche geführt, Erkenntnisse gesammelt und
man machte sich Gedanken, wie so ein Projekt zu realisieren sei.
2018 war es soweit. Mit Hilfe der TURN-Stiftung konnte das Projekt „Le Mali 70
Earkestra“ realisiert werden. Es ging in die heiße Phase.
November 2018 flogen Markus Schmidt (Regisseur des Dokumentarfilmes über das
Projekt) und Oliver Fox (Musikalischer Leiter) für zwei Wochen nach Mali um
Logistik, Anlaufstellen, Fragen der Sicherheit – Mali ist immerhin ein
ernstzunehmendes Krisengebiet – und vieles, das für ein solches Unterfangen von
Relevanz ist zu klären. Zwei Wochen vollgepackt mit Terminen in Ministerien, bei
malischen Musikern und nicht zuletzt bei sicherheitsrelevanten Instanzen.
Die beiden kamen zurück mit Allem, was nötig war um die letzten Ungereimtheiten
zu klären und schließlich mit einer 14-köpfigen Band und einem Filmteam, bestehend
aus 3 Personen, eine fast sechswöchige Abenteuerreise anzutreten und sicher
wieder zu Hause anzugelangen.
Den Rest kann man fast nicht in Worte fassen. Alles ist fremd, neu, andersartig und
ruft danach erkundet zu werden, doch es gibt eine Mission. Und so lernt man wieder
und wieder neue Musiker kennen. Probt und spielt Konzerte. Und auch das wieder
und wieder. Und plötzlich sind schon vier Wochen vergangen und die jungen
deutschen Musiker vom Omniversal Earkestra mit der Creme-de-la-creme der
malischen Musikszene im Moffou-Studio von Salif Keita zusammen, um bei weit
über dreißig Grad in einem fensterlosen Raum zu schwitzen, Take für Take versuchen
das Beste rauszuholen, um diese absolut einzigartige Unternehmung für die Nachwelt
zu dokumentieren.
Man darf gespannt sein, was das Album und die DVD zum „Le Mali 70 Earkestra“
davon preisgeben werden, die es „inshallah“ – wie man in Mali zu sagen pflegt – ab
Sommer 2019 zu erwerben gibt. Freuen darf man sich auch schon jetzt auf eine Tour
des Omniversal Earkestra mit ausgewählten Musikern aus Mali, ebenfalls diesen
Sommer oder Herbst.

https://omniversalearkestra.de/